Im Maschinenbau bezeichnet eine Revision die eindeutige Kennzeichnung des Änderungsstands eines technischen Dokuments oder eines Artikels. Sie zeigt an, welche Version einer Zeichnung, Baugruppe, Stückliste oder eines 3D-Modells aktuell gültig ist. Revisionskennzeichen sind fester Bestandteil des Änderungsmanagements und dienen der Nachverfolgbarkeit von Anpassungen.
Revision
→ Kennzeichnet eine freigegebene Änderung, die gegenüber der vorherigen Ausführung technische Unterschiede aufweist.
Version
→ Wird oft intern für Zwischenstände verwendet, die noch nicht freigegeben sind.
Beispiel:
Version 0.1 → Entwurf
Version 0.2 → Entwurf angepasst
Revision A → erste freigegebene Ausführung
Revision B → nächste freigegebene Änderung
Eindeutigkeit – Fertigung, Einkauf und Montage arbeiten immer mit der richtigen Zeichnung
Rückverfolgbarkeit – Änderungen lassen sich lückenlos dokumentieren
Vermeidung von Fehlern – keine Vermischung alter und neuer Datenstände
Qualitätssicherung – normgerechte Dokumentation gemäß ISO 9001 oder vergleichbaren Standards
Buchstaben (A, B, C, …) – häufigster Standard, gut für technische Zeichnungen geeignet
Zahlen (1, 2, 3, …) – oft in Stücklisten oder Softwareständen
Kombinationen (A.01, B.02) – bei komplexen Änderungsverläufen
Änderungen werden im Änderungsverzeichnis der Zeichnung dokumentiert (Datum, Beschreibung, Verantwortlicher)
PDM-System
Verwaltet Revisionsstände für alle CAD-Daten und Zeichnungen
Steuert Freigaben: Eine neue Revision wird erst nach Prüfung sichtbar
Hält ältere Revisionen archiviert, um jederzeit zurückspringen zu können
ERP-System
Speichert die aktuell gültige Revision im Artikelstamm
Nutzt Revisionskennzeichen für Fertigungsaufträge und Bestellungen
Kann über Schnittstellen automatisch die Revision aus dem PDM übernehmen
Änderungsbedarf erkannt (z. B. Konstruktionsfehler, Kundenwunsch, Normänderung)
Änderungsauftrag wird erstellt und genehmigt
Prüfung durch verantwortliche Stelle (z. B. Projektleiter, QM)
Freigabe – neue Revision wird im PDM als „gültig“ markiert
Übertragung ins ERP – Fertigung, Einkauf und Montage erhalten die neue Revision
Archivierung der alten Revision mit Änderungsdokumentation
Wann wird eine neue Revision vergeben?
→ Immer dann, wenn sich Maße, Material, Funktion oder sicherheitsrelevante Details ändern.
Was tun, wenn mehrere Projekte unterschiedliche Revisionen eines Teils nutzen?
→ Klare Projektkennzeichnung und parallele Verwaltung der relevanten Revisionen.
Kann man eine Revision zurückziehen?
→ Ja, aber nur über formalen Prozess mit Sperrung im PDM und ERP.
Muss jede Kleinigkeit eine neue Revision auslösen?
→ Nein, reine Schreibfehler oder Layoutanpassungen können als Version ohne neue Revision geführt werden.
Fertigung arbeitet mit veralteter Revision
Fehlende Änderungsdokumentation
Unklare Kennzeichnung bei mehreren parallelen Revisionen
Einheitliche Revisionsrichtlinie im Unternehmen festlegen
Änderungshistorie auf jeder Zeichnung dokumentieren
Schulungen für Mitarbeiter zur Bedeutung von Revisionen
Sichtbare Kennzeichnung der aktuellen Revision in Fertigungsunterlagen
Die Revision ist im Maschinenbau ein zentrales Element für Datenqualität, Nachvollziehbarkeit und Sicherheit. Gerade im Sondermaschinenbau, wo jedes Projekt individuelle Teile erfordert, verhindert ein klar geregeltes Revisionsmanagement Missverständnisse, Doppelarbeit und Fehlproduktionen.
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