Der Datenaustausch im Maschinenbau erfordert standardisierte Formate, um Konstruktionsdaten zwischen verschiedenen CAD-Systemen und Anwendungen effizient zu übertragen. Neutrale Formate ermöglichen dies, indem sie herstellerunabhängig Geometrien und teilweise auch produktrelevante Informationen speichern. Im Folgenden werden wichtige Neutralformate vorgestellt:
STEP ist das am weitesten verbreitete neutrale Format für den Datenaustausch im Maschinenbau. Es ermöglicht nicht nur die Übertragung von 3D-Geometrien, sondern kann auch zusätzliche Informationen wie Produkt- und Fertigungsinformationen (PMI) sowie Stücklisten enthalten. Aufgrund seiner umfassenden Unterstützung durch CAD-Systeme ist STEP die bevorzugte Wahl für den systemübergreifenden Austausch von Konstruktionsdaten.
IGES ist ein älteres Austauschformat, das primär für die Übertragung von Geometriedaten genutzt wird. Es unterstützt sowohl 2D- als auch 3D-Daten, hat jedoch den Nachteil, dass es keine semantischen Produktinformationen speichern kann. Aufgrund dieser Einschränkungen wird IGES zunehmend durch STEP ersetzt, das eine erweiterte Datenstruktur bietet.
Das 3D-PDF-Format ermöglicht die Einbettung interaktiver 3D-Modelle in ein plattformunabhängiges PDF-Dokument. Dies erleichtert die technische Kommunikation, insbesondere wenn Konstruktionsdaten an Personen ohne CAD-Software weitergegeben werden sollen. 3D-PDFs werden häufig für technische Dokumentationen, Angebote oder Freigabeprozesse genutzt.
DXF wurde von Autodesk entwickelt und dient als Standardformat für den Austausch von 2D-Zeichnungen zwischen CAD-Programmen. Es wird häufig in der Fertigung verwendet, insbesondere für Prozesse wie Laserschneiden, Wasserstrahlschneiden und CNC-Bearbeitung. DXF ermöglicht eine verlustfreie Übertragung von Konstruktionszeichnungen zwischen verschiedenen Softwarelösungen.
Parasolid ist ein von Siemens entwickeltes Format, das von vielen CAD-Kernen verwendet wird. Es basiert auf einer präzisen B-Rep-Geometriebeschreibung und eignet sich besonders für die exakte Modellierung von Bauteilen. Allerdings ist es nicht so weit verbreitet wie STEP, da es primär in Siemens-Softwarelösungen genutzt wird.
JT ist ein kompaktes Format, das für die Visualisierung und digitale Produktentwicklung optimiert ist. Es ermöglicht die Speicherung vereinfachter Geometrien, was den Umgang mit großen Baugruppen erleichtert. Aufgrund seiner effizienten Datenkompression wird JT häufig für das Produktdatenmanagement (PDM) und die Zusammenarbeit in der digitalen Fertigung eingesetzt.
Im Maschinenbau sind Neutralformate essenziell für eine effiziente Zusammenarbeit zwischen der Konstruktionsabteilung und der Beschaffung. Jede Konstruktionsänderung muss in einem aktuellen Neutralformat gespeichert und mit der Beschaffung geteilt werden, damit stets die richtigen Bauteile angefragt und beschafft werden können. Dies vermeidet Fehler durch veraltete Zeichnungen oder falsche Spezifikationen.
Für die Beschaffung bieten Neutralformate den Vorteil, dass sie direkt an Lieferanten weitergeleitet werden können. Viele Zulieferer arbeiten mit unterschiedlichen CAD-Systemen. Durch den Einsatz standardisierter Formate wie STEP oder DXF können sie dennoch präzise Angebote erstellen und Bauteile fertigen. Zudem ermöglichen Neutralformate eine einfache Preis- und Machbarkeitskalkulation durch den Lieferanten, ohne dass zusätzliche Konvertierungen oder Abstimmungen erforderlich sind.
Ein weiterer Vorteil ist die Nachvollziehbarkeit und Dokumentation im Unternehmen. Durch die Speicherung von Neutralformaten können technische Zeichnungen und Modelle langfristig verfügbar gehalten und auch in späteren Projektphasen oder für Ersatzteilbestellungen genutzt werden. Dies reduziert den administrativen Aufwand und erleichtert die Wiederverwendung von Daten.
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