Die Durchlaufzeit beschreibt die gesamte Zeitspanne, die ein Auftrag, Bauteil oder Produkt benötigt, um alle geplanten Prozessschritte von der Auftragserteilung bis zur Fertigstellung zu durchlaufen. Sie umfasst dabei sowohl Bearbeitungszeiten als auch Warte- und Liegezeiten zwischen den einzelnen Arbeitsschritten.
Im Produktionsumfeld ist die Durchlaufzeit eine zentrale Kennzahl, da sie maßgeblich die Liefertermine, Kosten und Kundenzufriedenheit beeinflusst.
Im Sondermaschinen- und Anlagenbau unterscheidet sich die Durchlaufzeit deutlich von der Serienfertigung:
Projekte haben eine hohe Komplexität mit vielen Fertigungs- und Montageabschnitten.
Konstruktion und Entwicklung sind Teil der Durchlaufzeit, da Maschinen häufig individuell entwickelt werden.
Externe Faktoren wie Lieferzeiten für Spezialkomponenten (Langläufer) beeinflussen die Gesamtzeit stark.
Koordination verschiedener Abteilungen (Konstruktion, AV, Fertigung, Montage, Service) ist entscheidend.
Kapazitäten: Verfügbarkeit von Personal, Maschinen und Ressourcen
Materialversorgung: Lieferzeiten, Beistellungen, Lagerbestände
Prozessorganisation: Koordination zwischen Konstruktion, Fertigung und Montage
Änderungsmanagement: Technische Änderungen im Projekt verlängern die Durchlaufzeit
Planung & Steuerung: Qualität der Arbeitspläne, Projektplanung und ERP-Unterstützung
ERP-Systeme unterstützen bei der Planung und Steuerung der Durchlaufzeit: Terminplanung, Kapazitätsabgleich, Auftragsstatus.
PDM-Systeme beeinflussen die Durchlaufzeit in der Entwicklungsphase: saubere Datenübergaben und Änderungsprozesse verhindern Verzögerungen.
BDE/MDE-Systeme liefern Echtzeitdaten zu Auftragsfortschritten, Maschinenlaufzeiten und Engpässen – wichtige Informationen, um die tatsächliche Durchlaufzeit zu überwachen.
Planungssicherheit: Verlässliche Liefertermine für Kunden
Kostentransparenz: Reduzierte Liege- und Wartezeiten senken Projektkosten
Wettbewerbsvorteil: Kürzere Durchlaufzeiten steigern Kundenzufriedenheit und Effizienz
Prozessoptimierung: Durchlaufzeit-Analysen machen Engpässe und Schwachstellen sichtbar
Wie unterscheidet sich Durchlaufzeit von Bearbeitungszeit?
→ Bearbeitungszeit ist die reine Arbeitszeit am Teil. Durchlaufzeit umfasst zusätzlich Warte-, Liege- und Transportzeiten.
Wie lässt sich die Durchlaufzeit verkürzen?
→ Durch bessere Kapazitätsplanung, Reduzierung von Wartezeiten, automatisierte Datenflüsse (ERP/PDM) und frühzeitige Materialdisposition.
Welche Rolle spielt die Konstruktion für die Durchlaufzeit?
→ Im Sondermaschinenbau ist die Konstruktion oft der größte Faktor – Verzögerungen dort wirken sich direkt auf die gesamte Durchlaufzeit aus.
Wie kann ERP helfen?
→ ERP-Systeme bilden Abhängigkeiten ab, überwachen Meilensteine und warnen bei drohenden Terminüberschreitungen.
Durchlaufzeiten regelmäßig messen und analysieren (Soll-Ist-Vergleich)
Engpässe identifizieren und durch gezielte Maßnahmen reduzieren
Schnittstellen zwischen Konstruktion, Einkauf und Fertigung harmonisieren
Parallelisierung von Prozessen prüfen (z. B. Materialbeschaffung schon während der Konstruktion starten)
Transparenz schaffen durch Echtzeit-Tracking mit BDE/MDE-Daten
Die Durchlaufzeit ist im Sondermaschinen- und Anlagenbau ein entscheidender Erfolgsfaktor. Sie beeinflusst nicht nur die Liefertermine, sondern auch Kosten und Kundenzufriedenheit. Mit der richtigen Kombination aus ERP-Planung, PDM-Datenmanagement und Echtzeitrückmeldungen aus der Fertigung können Unternehmen ihre Durchlaufzeiten verkürzen, Engpässe vermeiden und Projekte effizienter umsetzen.
ERP-Systeme, wie unsere Lösung erp4cad, unterstützen die Durchlaufzeitsteuerung durch Terminplanung, Materialverfügbarkeitsprüfung und Kapazitätsabgleich. Lassen Sie sich von uns beraten.