Unter Datenmigration versteht man den Übertrag von Daten aus einem bestehenden System in ein neues System. Dabei werden Informationen wie Stammdaten, Stücklisten, Dokumente oder Transaktionsdaten aus Altsystemen übernommen, bereinigt und im Zielsystem verfügbar gemacht.
Datenmigrationen sind ein kritischer Bestandteil von PDM- oder ERP-Einführungen, da die Qualität der übernommenen Daten maßgeblich über den Erfolg des Projekts entscheidet.
Gerade im Sondermaschinen- und Anlagenbau ist die Datenmigration eine Herausforderung, weil:
viele Daten heterogen vorliegen (Excel-Listen, Altsysteme, Insellösungen)
Stammdaten oft über Jahre gewachsen und uneinheitlich gepflegt sind
Stücklisten und Zeichnungen verschiedene Revisionen enthalten
Dokumentationen (z. B. Maschinenakten, CE-Unterlagen) vollständig übernommen werden müssen
Typische zu migrierende Datenarten:
Artikelstammdaten: Materialien, Baugruppen, Normteile
Stücklisten: Konstruktionsstücklisten, Fertigungsstücklisten
Kundendaten und Lieferantenstammdaten
Belege: Aufträge, Bestellungen, Rechnungen
Dokumente: CAD-Daten, Zeichnungen, Zertifikate, Prüfprotokolle
Datenanalyse: Welche Daten liegen vor? In welcher Qualität?
Datenbereinigung: Dubletten, Fehler und veraltete Informationen entfernen
Datenmapping: Festlegen, wie Datenstrukturen ins neue System überführt werden
Testmigration: Probeweise Übertragung und Validierung
Produktivmigration: Endgültige Übernahme ins neue ERP- oder PDM-System
Validierung: Prüfung der Datenqualität und Vollständigkeit
ERP-Systeme benötigen saubere Stammdaten und Stücklisten, um reibungslos zu funktionieren.
PDM-Systeme verwalten CAD-Daten, Revisionen und technische Dokumente, die konsistent übertragen werden müssen.
DMS-Systeme (Dokumentenmanagement) sind relevant für die Übernahme von Prüfberichten, Zertifikaten und CE-Dokumentationen.
Verbesserte Datenqualität: Bereinigung vor der Migration sorgt für konsistente Stammdaten
Transparenz: Einheitliche Datenbasis für alle Abteilungen
Effizienz: Weniger Fehler, Doppelpflege und Suchaufwand
Rechtssicherheit: Vollständige Übernahme von Maschinenakten, CE-Dokumenten und Audit-Unterlagen
Warum ist die Datenmigration so aufwendig?
→ Weil Daten oft über viele Jahre in unterschiedlichen Systemen und Formaten gesammelt wurden. Diese müssen konsolidiert und bereinigt werden.
Müssen alle Daten übernommen werden?
→ Nein. Häufig reicht es, Stammdaten und relevante Bewegungsdaten der letzten Jahre zu migrieren. Historische Daten können archiviert werden.
Wie vermeidet man Fehler bei der Datenmigration?
→ Durch sorgfältiges Datenmapping, Testmigrationen und enge Abstimmung mit den Fachabteilungen.
Welche Risiken gibt es?
→ Inkonsistenzen, fehlende Daten, falsche Artikelnummern oder unvollständige Stücklisten können zu Stillständen in Beschaffung oder Fertigung führen.
Wie profitieren KMUs von einer Datenmigration?
→ Sie nutzen den Wechsel als Chance, veraltete und fehlerhafte Daten zu bereinigen – und schaffen eine zukunftsfähige, einheitliche Datenbasis.
Frühzeitig mit der Datenbereinigung beginnen, nicht erst kurz vor der Systemumstellung
Klare Verantwortlichkeiten für Stammdatenmanagement festlegen
Testmigrationen durchführen und Ergebnisse validieren
Schnittstellen und Datenformate zwischen Altsystem und Zielsystem definieren
Migration dokumentieren, um Nachvollziehbarkeit zu gewährleisten
Die Datenmigration ist im Sondermaschinen- und Anlagenbau weit mehr als ein technischer Schritt – sie ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für jede ERP- oder PDM-Einführung. Eine sorgfältige Planung, Bereinigung und Validierung sorgt dafür, dass Unternehmen auf einer sauberen Datenbasis starten und von Anfang an effizient, transparent und rechtssicher arbeiten können.
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