Die CE-Konformität beschreibt die Übereinstimmung eines Produkts mit den geltenden europäischen Richtlinien und Verordnungen. Hersteller erklären mit der CE-Kennzeichnung (CE-Zeichen), dass ihre Maschinen oder Anlagen alle relevanten Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltschutzanforderungen erfüllen und in der Europäischen Union frei vermarktet werden dürfen.
Im Maschinen- und Anlagenbau ist die CE-Konformität eine rechtliche Voraussetzung, um Produkte in Verkehr zu bringen oder in Betrieb zu nehmen.
Im Sondermaschinenbau ist die CE-Konformität besonders komplex, da es sich häufig um Einzelmaschinen oder ganze Anlagen handelt, die individuell für Kunden entwickelt werden. Typische Anforderungen:
Maschinenrichtlinie (2006/42/EG) bzw. ab 2027 die neue Maschinenverordnung (EU) 2023/1230 (MVO)
Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) bei elektrischen Komponenten
EMV-Richtlinie (2014/30/EU) für elektromagnetische Verträglichkeit
Druckgeräterichtlinie (2014/68/EU) bei Druckbehältern oder Leitungen
ggf. weitere branchenspezifische Normen und Vorschriften
Für die CE-Konformität sind folgende Schritte wesentlich:
Risikobeurteilung nach EN ISO 12100
Durchführung und Dokumentation von Schutzmaßnahmen
Erstellung der technischen Unterlagen (z. B. Maschinenakte, Schaltpläne, Nachweise)
Abnahmeprüfung und Validierung der Sicherheitsfunktionen
Ausstellung und Unterzeichnung der EG-Konformitätserklärung
ERP-Systeme können Dokumentationen und Zertifikate einem Auftrag oder Artikel zuordnen (Maschinenakte).
PDM-Systeme verwalten Konstruktionsdaten, Stücklisten und Änderungen, die für die Risikobeurteilung relevant sind.
DMS (Dokumentenmanagementsysteme) unterstützen bei der revisionssicheren Ablage von Prüfprotokollen, Nachweisen und CE-Unterlagen.
So lassen sich CE-relevante Informationen im gesamten Lebenszyklus der Maschine digital nachverfolgen.
Rechtssicherheit: Vermeidung von Haftungsrisiken und Marktverboten
Qualitätssicherung: Standardisierte Prüf- und Dokumentationsprozesse
Vertrauen beim Kunden: CE-Kennzeichnung als Nachweis für Sicherheit und Normkonformität
Effizienz: Digitale Ablage im ERP/PDM reduziert Suchaufwand und erleichtert Audits
Wer ist verantwortlich für die CE-Kennzeichnung?
→ Der Hersteller oder Inverkehrbringer der Maschine. Bei Sondermaschinen ist dies in der Regel das liefernde Unternehmen.
Was passiert bei unvollständiger CE-Konformität?
→ Ohne CE-Kennzeichnung darf die Maschine nicht in Betrieb genommen werden. Bei Verstößen drohen Bußgelder, Haftungsrisiken und im Extremfall ein Vertriebsverbot.
Gilt CE auch für Baugruppen oder Teilmaschinen?
→ Ja, auch unvollständige Maschinen benötigen eine Einbauerklärung und müssen später in die Gesamtkonformitätserklärung einbezogen werden.
Welche Dokumente gehören in die CE-Dokumentation?
→ u. a. Risikobeurteilung, Schaltpläne, Bedienungsanleitung, Prüfprotokolle, Materialnachweise, Konformitätserklärung.
CE-Anforderungen frühzeitig in der Konstruktion berücksichtigen
Standardisierte Checklisten und Vorlagen für Risikobeurteilung und Konformitätserklärung nutzen
Änderungen in CAD/PDM dokumentieren, um die CE-Relevanz jederzeit nachzuvollziehen
Verantwortlichkeiten klar festlegen (CE-Beauftragter oder Projektleiter)
Die CE-Konformität ist im Sondermaschinen- und Anlagenbau unverzichtbar, um Sicherheit, Qualität und Rechtskonformität zu gewährleisten. Sie geht weit über eine reine Kennzeichnung hinaus und umfasst einen strukturierten Prozess aus Risikobeurteilung, Dokumentation und Validierung. Mit einer durchgängigen Verknüpfung von CAD, PDM, ERP und DMS können Unternehmen den Aufwand reduzieren und gleichzeitig die Rechtssicherheit erhöhen.
Mit einer integrierten Lösung aus PDM und ERP stellen Sie sicher, dass alle CE-relevanten Daten – von Stücklisten über Risikobeurteilungen bis hin zu Prüfprotokollen – effizient und transparent verwaltet werden. So behalten Sie auch bei kurzfristigen Änderungen in der letzten Projektphase die volle Kontrolle. Suchen Sie eine passgenaue ERP-/PDM-Lösung für den Mittelstand im Sondermaschinenbau? Dann kontaktieren Sie uns gerne!