Im Sondermaschinenbau werden Maschinen und Anlagen individuell nach Kundenanforderungen entwickelt. Anders als bei standardisierten Serienprodukten gleicht deshalb kaum ein Projekt vollständig dem anderen. Typisch sind:
Die Konstruktion liefert dabei einen wesentlichen Teil der technischen Informationen für die weitere Projektabwicklung. Das Besondere: Diese Informationen werden häufig bereits benötigt, bevor die Konstruktion vollständig abgeschlossen ist.
Genau daraus entstehen einige der typischen Herausforderungen im Sondermaschinen- und Anlagenbau.
Im Sondermaschinenbau kann der Einkauf häufig nicht warten, bis die komplette Maschine fertig konstruiert ist. Motoren, Antriebe, Steuerungen oder spezielle Zukaufteile können lange Lieferzeiten haben und müssen deshalb frühzeitig beschafft werden.
Während die Konstruktion weitere Baugruppen entwickelt, benötigt der Einkauf bereits Informationen über Bauteile, Mengen und Lieferzeiten. Besonders sogenannte Langläufer müssen teilweise bestellt werden, bevor die endgültige Stückliste vorliegt.
Damit entsteht eine besondere Herausforderung: Bereits beschaffte Komponenten müssen im weiteren Projektverlauf zuverlässig berücksichtigt und später der entsprechenden Stücklistenposition zugeordnet werden.
Fehlt eine gemeinsame Datenbasis, entstehen schnell Rückfragen: Ist dieses Teil bereits bestellt? Hat sich die Menge geändert? Ist die Position noch Bestandteil der Maschine?
Eine Stückliste im Sondermaschinenbau entsteht nicht zu einem einzigen Zeitpunkt. Mit dem Fortschritt der Konstruktion kommen neue Bauteile und Baugruppen hinzu, Mengen verändern sich oder Positionen werden ersetzt.
Man spricht deshalb von einer wachsenden Stückliste.
Für Einkauf, Arbeitsvorbereitung und Fertigung bedeutet das, dass sie nicht mit einer einmal exportierten Stückliste arbeiten können, während die Konstruktion längst einen neueren Stand besitzt.
Werden Änderungen über Excel-Listen oder manuelle Exporte weitergegeben, entstehen schnell:
Die Herausforderung besteht deshalb darin, die Stückliste als dynamische Projektinformation zu betrachten, die sich gemeinsam mit der Konstruktion weiterentwickelt.
Mit der Konstruktion entstehen neben CAD-Daten zahlreiche weitere technische Informationen, die für Einkauf, Fertigung, Lieferanten oder externe Partner benötigt werden.
Dazu gehören beispielsweise Neutralformate wie PDF, STEP oder DXF. Entscheidend ist dabei nicht nur, dass die entsprechende Datei vorhanden ist. Sie muss auch zum aktuellen Konstruktions- und Revisionsstand gehören.
Werden Neutralformate nach jeder Änderung manuell erzeugt, gespeichert und verteilt, steigt der Aufwand für die Konstruktion. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass andere Projektbeteiligte mit einem veralteten Stand arbeiten.
Hinzu kommt die Zusammenarbeit zwischen mechanischer und elektrischer Konstruktion. Moderne Sondermaschinen bestehen aus mechanischen, elektrischen und automatisierungstechnischen Komponenten. Dadurch entstehen unterschiedliche Stücklisten aus M-CAD und E-CAD.
Für die weitere Projektabwicklung müssen diese Informationen zusammengeführt werden. Eine mechatronische Stückliste schafft dafür eine gemeinsame Grundlage und hilft dabei, Dubletten, unterschiedliche Mengen oder falsche Zuordnungen zu erkennen.
Excel ist flexibel und lässt sich schnell an individuelle Anforderungen anpassen. Problematisch wird es jedoch, wenn zentrale Projektinformationen parallel in CAD, PDM, ERP und zusätzlichen Excel-Dateien gepflegt werden.
Dann stellt sich schnell die Frage:
Welches System enthält eigentlich den aktuellen Stand?
Mit jeder zusätzlichen Liste steigt der manuelle Pflege- und Abstimmungsaufwand. Das betrifft insbesondere Stücklisten, Langläufer, Änderungsstände, Neutralformate und weitere Projektinformationen.
Gerade kleine und mittelständische Sondermaschinenbauer arbeiten häufig mit schlanken Teams, in denen Konstruktion, Einkauf und Arbeitsvorbereitung eng zusammenarbeiten. Zusätzliche manuelle Pflege fällt deshalb besonders ins Gewicht.
Eine durchgängige Verbindung zwischen CAD, PDM und ERP schafft eine gemeinsame Informationsbasis und reduziert manuelle Datenübergaben.
erp4cad wurde für projektorientierte Unternehmen im Sondermaschinen- und Anlagenbau entwickelt und verbindet die Informationen aus der Konstruktion mit den weiteren Prozessen der Projektabwicklung.
In Verbindung mit PDM- und CAD-Daten können unter anderem Stücklisteninformationen übernommen und für Einkauf sowie weitere Bereiche bereitgestellt werden.
Statt Stücklisten aus dem CAD-System zu exportieren und anschließend manuell in weiteren Listen zu pflegen, können die Informationen aus der Konstruktion übernommen werden.
Dadurch reduziert sich die doppelte Dateneingabe und verschiedene Abteilungen können auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten.
Neue Positionen, Mengenänderungen und weitere Anpassungen entstehen während des Konstruktionsprozesses.
Die Projektübersichtsliste (PÜL) in erp4cad bildet diese wachsende Projektstruktur ab und stellt die Informationen für die weitere Projektabwicklung zur Verfügung.
Damit wird die Stückliste nicht als statisches Dokument betrachtet, sondern als Information, die sich gemeinsam mit dem Projekt entwickelt.
Langläufer können bereits während der Konstruktion für die Beschaffung berücksichtigt werden.
Werden diese Komponenten später Bestandteil der endgültigen Konstruktion, können die Informationen mit der Projektstückliste zusammengeführt werden.
Dadurch lassen sich parallele Prozesse zwischen Konstruktion und Einkauf besser abbilden.
In Verbindung mit pdm4cad können Neutralformate wie PDF, STEP oder DXF automatisiert erzeugt und dem jeweiligen Artikel beziehungsweise Dokument zugeordnet werden.
Damit stehen beispielsweise dem Einkauf die benötigten Informationen zur Verfügung, ohne dass die Konstruktion für jede Anfrage Dateien erneut manuell erzeugen und bereitstellen muss.
Auch Informationen aus M-CAD und E-CAD können für eine gemeinsame mechatronische Stückliste zusammengeführt werden.
Dabei können unter anderem:
werden.
Mit Location-on-Machine lassen sich Komponenten zusätzlich der entsprechenden Position beziehungsweise Baugruppe der Maschine zuordnen.
Der entscheidende Vorteil einer durchgängigen Datenbasis liegt nicht in einer einzelnen automatisierten Funktion.
Es geht vielmehr darum, Informationen aus der Konstruktion für die gesamte Projektabwicklung nutzbar zu machen.
Aus einer CAD-Position wird ein Artikel. Aus Artikeln entsteht eine wachsende Stückliste. Daraus entstehen Materialbedarfe und Beschaffungsprozesse. Gleichzeitig entwickeln sich Konstruktion und Projekt weiter.
Ein ERP-System für die Projektfertigung muss genau mit dieser Dynamik umgehen können.
Für Unternehmen im Sondermaschinenbau bedeutet das: Konstruktion, Einkauf und weitere Abteilungen arbeiten nicht mit voneinander getrennten Informationsständen, sondern entlang desselben Projekts.
Maximilian Dietz ist Geschäftsführer Vertrieb bei der all4cad GmbH. Er kennt die Herausforderungen des Maschinen- und Anlagenbaus aus der Praxis – und weiß, wie Software echte Arbeit erleichtert.
Mit Leidenschaft für digitale Prozesse und effizientes Projektmanagement unterstützt er mittelständische Unternehmen dabei, ihre technischen Abläufe zu vernetzen und zu optimieren.
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